Mexiko: YUCATÁN-Rundreise mit Abstecher nach PALENQUE und SAN CRISTÓBAL: So geht's!

Die Yucatán-Halbinsel - der Traum eines wahrscheinlich jeden Reisenden, den es zum ersten Mal nach Mexiko zieht. Und wem kann man es verübeln? Die Yucatán-Region vereint mexikanisches Essen, mit der imposanten Kultur der Maya mit prächtigen Kolonialstädtchen und deren zugehöriger Architektur, Spaziergängen in eindrucksvollen Regenwäldern und schließlich dem Hauptargument: Karibischer Sandstrand, so weit das Auge reicht. Durch einen mehrtägigen Abstecher in den Bundesstaat Chiapas mit u.a. dem zauberhaften Städtchen San Cristobal de las Casas und den verwunschenen Maya Ruinen von Palenque, grub sich Mexiko noch tiefer in unser Herz. Hier gibt's jetzt alle Infos zu unserer Rundreise, vamos chicos!


1. Yucatán und Chiapas - Warum diese Route?

Auch wir fingen mit unserer Mexiko-Reise an der Riviera Maya an, doch schnell wurde uns klar: Dabei wollen wir es nicht belassen. So musste ein Masterplan her, wie man denn noch ein wenig mehr aus der Mexiko-Reise rausholen könne, ohne wild herumfliegen oder viel Geld ausgeben zu müssen.

 

Eigentlich wollten wir unbedingt bis nach Puerto Escondido im Bundeststaat Oaxaca fahren. Meine ehemalige WG-Mitbewohnerin mexikanisch-österreichischer Herkunft hatte mich so sehr mit ihrer Verliebtheit in diesen Ort angesteckt. Als ich dann vor Ort gemerkt habe, dass Mexiko, obwohl es weltweit "nur" das vierzehntgrößte Land ist, doch ein erhebliches Stückerl größer ist, als man annimmt, ließen wir Oaxaca aus und freuen uns nun, das in Zukunft mit meiner Freundin nachzuholen :-)

 

Einer der größten Gründe, warum wir nicht nur die Yucatán-Halbinsel erkunden wollten, war die große kulturelle Vielfalt von Mexiko. Mannmannmann, was hat dieses Land bitte alles zu bieten? Oder fangen wir doch einmal hier an: Wieviele große, internationale Küchen fallen euch ein? Klar, zuallererst liegen euch wahrscheinlich Pizza und Pasta aus Bella Italia auf der Zunge, aber ziemlich bald danach werden wohl jedem von uns Tacos, Enchiladas, Burritos und Co. in den Sinn kommen, oder?

 

Die mexikanische Küche ist aber lange nicht alles. Ob indigene Elemente der sagenhaften Hochkulturen der Azteken und Mayas, mitgebrachte Gepflogenheiten aus der spanischen Kolonialzeit oder sogar Dinge, die sich die Mexikaner von den Amis (oder wie sie selbst zu den Amis sagen: den Gringos :D) abgeguckt haben: Das Kulturerbe dieses Landes ist mit keinem anderen Land dieser Welt vergleichbar. Deswegen wollten wir unbedingt noch einen anderen Bundesstaat Mexikos abchecken und schauen, wie er sich von der Yucatán-Halbinsel (die übrigens die Staaten Yucatán und Quintana Roo vereint) abgrenzt.

 

2. Yucatán bis Chiapas - genaue Route und Stops

Ganz touri-klassisch fingen wir in Cancún an. Nach 2 Übernachtungen inkl. Tagestrip zur Isla Mujeres ging's weiter in die Touri-Hochburg Playa del Carmen. Dort verbrachten wir gleich eine Woche. Unter anderem nahmen wir uns in Playa del Carmen einen Mietwagen und erkundeten die Maya Ruinen Chichén Itzá und den pinken See Rio Las Coloradas. Von Playa (so nennen es die Einheimischen) brachte uns der ADO-Bus innerhalb ungefähr einer Stunde nach Tulum. 

 

Nach wunderbar entspannten Tagen in Tulum reisten wir ins untouristische Chetumal. Dort befreundeten wir uns mit unserem Airbnb-Host. Von Chetumal ging's per Tagestour nach Bacalar und Mahahual, zwei Fischerdörfchen. Chetumal war auch schon unser letzter Stopp auf der Yucatán-Halbinsel. Wie immer ging's mit dem ADO-Bus weiter und zwar durch den Bundesstaat Tabasco hindurch bis ins malerische Kolonialstädtchen San Cristóbal de las Casas. Dort verliebten wir uns wirklich sehr in die Stadt und trafen uns mehrmals mit meinem guten Freund aus dem Studium, Diego. Hach, war das schön!

 

In den ungefähr 9 Tagen in San Cristóbal erkundeten wir auf mehreren Tagestouren den Bundesstaat Chiapas, der wiederum ganz anders als die Bundesstaaten Yucatán und Quintana Roo, die sich auf der Yucatán-Halbinsel erstrecken. Auf dem Weg zurück nach Chetumal hielten wir in Palenque, um den dortigen Maya-Ruinen einen Besuch abzustatten. Diese waren atemberaubend und wirkten sehr verwunschen, da sie mitten im Dschungel vorzufinden waren. Auf der folgenden Karte ist unsere Route eingezeichnet:


3. Klima, Wetter und beste Reisezeit für Yucatán und Chiapas

 

DIE YUCATÁN-HALBINSEL

 

Generell ist es ganzjährig warm und sowas wie die 4 Jahreszeiten gibt es in diesem Teil Mexikos nicht. Klima in den Staaten Yucatán und Quintana Roo ist hauptsächlich von tropischer Hitze geprägt, da die Insel im Süden vor allem aus Regenwald besteht. Da sich dieser Teil Mexikos im atlantischen Hurricane-Gürtel befindet, können immer mal wieder heftige Stürme entstehen. Hurricane-Hochsaison ist von August bis November. In dieser Zeit ist auch Regenzeit (eigentlich schon ab Juni) inkl. hoher Luftfeuchtigkeit. Ab November fängt wieder die Trockenzeit an und die Luftfeuchtigkeit nimmt ab. Daher sind die Monate November bis März die ideale Reisezeit für die Yucatán-Halbinsel und die gesamte Riviera Maya. Zur Weihnachtszeit und über Ostern ist dieser Teil Mexikos besonders überschwemmt von amerikanischen und europäischen Touristen. Die Höchsttemperaturen betragen für die Monate Mai, Juni, Juli und August 32 Grad. Im Jänner, Februar, März und April sowie September und Oktober kann es bis zu 30 Grad bekommen. Im November und Dezember herrschen normalerweise angenehme 28 Grad. 

 

CHIAPAS

 

Wenn mir eines NICHT in San Cristóbal de las Casas war, dann WARM! ;-) Puuh, habe ich dort gefroren. Ja, ich kann auch immer noch nicht glauben, dass ich diese Zeilen neiderschreibe, aber ich habe tatsächlich in MEXIKO mit Mütze am Kopf und Strumpfhose an den Beinen geschlafen. Verrückt, oder? Aber gut, ich glaube das war hauptsächlich, weil das Hostel ein sehr altes Kolonialgebäude mit dicken Mauern war, durch die die Hitze einfach nie durchgedrungen ist. Aber generell gelten für Chiapas die selben Grundsätze wie für Yucatán, außer dass die Hurricanes Chiapas nicht erreichen. Tagsüber hatte es, während wir im April dort waren,  immer um die 24 - 26 Grad. 


4. Transport auf der Yucatán-halbinsel und in CHiapas

Hier in Panama sitzend und diesen Artikel schreibend, vermisse ich die Busfahrten in Mexiko doch sehr. Denn alle anderen zentralamerikanischen Länder (Mexiko ist eigentlich gar kein zentralamerikanisches Land...aber ihr wisst ja, was ich meine ;-) ) können im Vergleich zu Mexiko wirklich einstecken, was hochwertige Busse und komfortable Busfahrten angeht. Nie war Busfahren so chillig wie mit den berühmten ADO-Bussen aus Mexiko. Zu einem Hammer-Preis fahren sie euch in jedes touristisch mehr oder weniger beliebte Reiseziel und das mit Klimaanlage, Film schauen während der Fahrt, Wifi und große Sitze.

 

(Die beste Klasse, ADO Platino, umfasst außerdem Goodies wie euren eigenen 12 Zoll-Bildschirm, eine Cafeteria (ehrlich jetzt?), komplett nach hinten ausklappbare Sitze und euer eigenens Travel Kit. AN EUCH DA DRAUSSEN: Wenn einer mit ADO Platino gefahren ist, bitte ab in die Kommentare und schreiben, ob das geil war oder ob das geil war!)

 

Auf der ADO-Homepage könnt ihr immer im Voraus eure Tickets buchen, einen Tag vorher gibt es sie oft auch um 50% günstiger. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sie einen Tag vorher aber DIREKT am Schalter meistens noch günstiger gibt. Außerdem: Auf der ADO-Homepage werden nur ADO, AU und OCC-Bustickets verkauft, während es an den Schaltern in den Destinationen auch Tickets der Buskette Mayab zu erstehen gibt. Diese fahren mit weniger komfortablen Bussen durch Mexiko, aber oft um die Hälfte günstiger.

 

In den jeweiligen Orten gibt es eigentlich immer Taxis und Tuk Tuks. Die Preise sind verhältnismäßig (also für unsereiner im Vergleich zu Europa) sehr günstig, nach unten lässt sich's außerdem immer verhandeln.

Eine typische ADO-Busstation-rundreise-mexiko
Eine typische ADO-Busstation

5. DIE ORTE IM DETAIL

5.1. CANCÚN - erster stopp der mexiko-rundreise

In Cancún ankommen - und gleich weiter, da Cancún ja vor Massentourismus nur so strotzt? Nicht mit uns. Wir nahmen uns ein hübsches Hostel und erkundeten Cancún-Stadt abseits der berühmten Hotelzone. Lest hier mehr dazu und holt euch Tipps für einen günstigen Cancún-Aufenthalt. Außerdem stand ein Tagestrip zur Isla Mujeres am Plan - eine wunderbare Idee, wie sich herausstellte. 

 

Restaurant-Tipp Cancún: El Cejas und Los Jarochos, beide im Mercado 28

 

Absolutes Lieblingscafé in Cancun: Das Café con Gracia mit seinen hervorragenden Waffeln, Sandwiches, Milchshakes und köstlichem Kaffee. 

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Oh yes, Isla Mujeres!

5.2. Playa del Carmen - zweiter stop der Mexiko-Rundreise

Auch hier schreien vielleicht einige von euch: SCHRECKLICH! Und auch viele Backpacker, die wir unterwegs in Mexiko oder auch den Ländern danach kennenlernten, meinten eigentlich immer: "Ach, da hat's mir ja gar nicht gefallen, da bin ich schnell weiter." Doch wir machten's richtig (unserer Meinung nach jedenfalls :D ) und nahmen uns ein Airbnb bei einer mexikanischen Familie weitab vom Zentrum und hatten dort eine wunderschöne Woche inklusive tollen Gesprächen mit den Familienmitgliedern. Sie erzählten uns von ihrem Alltag in Playa del Carmen, wie sie mit den Touristen umgehen und gaben uns Tipps für Einheimischen-Restaurants. 

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Der Hauptplatz im touristischen Playa del Carmen auf der Yucatán-Halbinsel

Die Einheimischen nennen Playa del Carmen auch gerne nur "Playa". Wir schlenderten in Playa gerne die Quinta Avenida entlang und tranken hie und da einen Cocktail in einer der angesagten Bars dort. Das Essen war uns zu überteuert und touristisch, daher aßen wir meistens in der Gegend unseres Airbnbs (ungefähr 5 Minuten vom östlichen Ende der Quinta Avenida) an einem der leckeren Straßenstände zu Abend. Tacos gehen einfach immer. 

 

Restaurant-Tipp Playa del Carmen: Rincón Yucateco, abseits vom Trubel, authentisches Essen, man speist unter Mexikanern, einfach lecker!

 

In Playa del Carmen nahmen wir uns auch für einen Tag einen Mietwagen und machten uns einen wundervollen Road Trip. Um 7 in der Früh ging's los in Richtung der berühmtesten Maya-Ruinen Mexikos: Chichén Itza. Danach ging's durch die schöne Kleinstadt Valladolid bis an die Nordküste Mexikos. Dort erwartete uns in Las Coloradas der Rio Lagartos, ein PINKER See! Von einer meiner Lieblings-Reiseblogger Life To Go hatte ich diesen Tipp bekommen.

 

Durch die dortige hohe Konzentration an Mikroorganismen wie Algen und Salzwasserkrebsen ist das Wasser dort einfach pink! Diese Tiere produzieren nämlich große Mengen an Naturfarbstoffen wie zB Beta Carotin, damit sie  trotz des hohen Salzgehalts überleben können. Dadurch färbt sich das Wasser pink. Durch dieselben Farbstoffe erhalten übrigens Flamingos und Shrimps ihre Farbe :-) 

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Chichén Itzá - die wohl bekanntesten Maya-Ruinen Mexikos
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Rio Lagartos, Las Coloradas

Es war auch in Playa del Carmen, wo wir unsere Tickets für den Freizeitpark Xcaret buchten. Diesen Park kann man einfach schwer beschreiben, am besten ihr googelt ihn einmal. Für ein doch eher teures Ticket bekommt man einen ganzen Tag Spaß geboten in Form von Shows, Workshops, Schaukästen, Ausstellungen, Allerlei rund um Mexikos Geschichte, Tiere und sogar ein mexikanischer Friedhof hat sich in den Freizeitpark verirrt. Geil war auch das Schwimm- und Schnorchelvergnügen im kilometerlangen Fluss von Xaret, der teilweise auch durch ausgeleuchtete Höhlen durchging. Das Highlight war aber die zweistündige Show am Abend, die sich komplett dem Land Mexiko widmete und wir viel über die Kulturenvielfalt der einzelnen Bundesstaaten Mexikos erfuhren. 

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Durch einen Fluss im Freizeitpark durschschwimmen und schnorcheln - Xcaret macht's möglich!

5.3. Tulum - dritter Stop auf Mexiko-Rundreise

Ach, in Tulum habe ich mich einfach so sehr verliebt, dass es dazu einen eigenen Artikel gibt. Maya-Ruinen, die direkt am Strand gelegen auch auf ein Bad im Meer einladen, weißer, königlicher Sandstrand und ein Boho-Hippie-Dorf, das vor positiver Energie nur so strotzt. 

 

Wir fuhren in Tulum viel Fahrrad und erkundeten so die Maya-Ruinen, schnorchelten in den verschiedenen Cenoten (mit Süßwasser gefüllte Kalksteinbecken, in denen Fische und Schildkröten leben) und schlugen uns abends wie immer mit Tapas die Bäuche voll.

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Die Maya-Stätten von Tulum befinden sich direkt am Strand

5.4. Chetumal - vierter Stop auf Mexiko-Rundreise

Im herrlich unaufgeregten Chetumal geht eigentlich nicht viel. Diese Stadt wird von Touristen meistens nur zur Durchreise nach Belize genutzt und wenige bleiben länger. Wiedermal dachten wir uns: Nicht mit uns, Chetumal muss doch mehr zu bieten haben als die Grenze zu Belize. Also schauten wir uns Chetumal ganz genau an :-) 

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Der Hauptplatz von Chetumal, Mexiko. Dahinter liegt das Meer.

 

Dazu muss man wissen, dass wir zweimal in Chetumal blieben. Einmal, bevor es für uns nach Chiapas ging und dann nochmal kurz bevor wir nach Belize weiterreisten. Beim zweiten Mal wurde in unser Airbnb in Chetumal eingebrochen und wir verloren fast all unsere elektronischen Besitztümer. Dadurch blieben wir zwei Wochen länger in Chetumal als geplant.

 

Ob ich Chetumal trotzdem empfehlen kann? Na klar! Es ist nicht gefährlicher als anderswo. In derselben Woche wurde ein Freund von mir in Barcelona mit der Pistole bedroht und beraubt. Einige Wochen später wurde jemand aus meiner Familie in Wien durch einen Trickbetrug einige hundert Euro leichter. Böse Sachen passieren überall und nur weil sie in Mexiko vielleicht um 0,05% mehr passieren, heißt das nicht, dass ihr nun nicht mehr nach Mexiko reisen und euch sicher fühlen könnt ;-) Auf den Straßen ist uns in ganz Mexiko kein einziges Mal etwas passiert. 

 

Durch den langen Aufenthalt hatten wir mehr Zeit, als man sich wahrscheinlich üblicherweise für Chetumal nimmt. Daher fuhren wir zweimal zur 7-Farben-Lagune Bacalar, einmal ins Fischerdörfchen Mahahual, staunten nicht schlecht über die Maya-Ruinen Kohunlich und Dzibanche, bei denen wir fast die einzigen Touristen waren und die Sonne mit einigen Einheimischen beobachten konnten, wie sich sich rotfarben hinter den Ruinen verabschiedete. Im Museum für Maya-Kultur in Chetumal lernten wir außerdem das komplexe Rechensystem der Maya kennen und anwenden. 

 

 

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Man muss sie fast selber gesehen haben, um an ihre Existenz zu glauben: Laguna Bacalar
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Mahahual und seine lustigen Bilderbuch-Bänke
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Bei den Maya-Stätten Kohunlich
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Maya-Stätte Dzibanché, hier waren wir bis auf ein paar Einheimische komplett allein!

5.5. San Cristóbal de las casas - Fünfter Stop auf Mexiko-Rundreise

San Cristóbal de las Casas - oder auch "Mexikos schönstes Bergstädtchen" genannt. Mann Mann Mann, ich wusste gar nicht, wohin ich zuerst schauen sollte, als wir aus der Busstation von San Cristóbal herausstapften. Die Schönheit der Stadt weckte mich sofort wieder auf - zuvor war ich "etwas" schläfrig gewesen, da die Fahrt von Chetumal nach San Cristóbal um die 16 Stunden ging. Versprochen wurden uns 13-14 Stunden. Dass das lateinamerikanische Wort aber nicht immer komplett ernst zu nehmen ist, sollte aber fast jedem klar sein :-) Und da waren wir nun, nachdem wir kurz dachten, wir würden mit dem ADO-Bus verschmelzen. 

 

San Cristóbal de las Casas (übrigens mit Betonung auf dem "o" von Cristóbal und nicht auf dem "i") versteckt sich in der atemberaubenden Berglandschaft des Bundesstaats Chiapas. Wir hatten gehört, dass in Chiapas die Uhren anders als auf der Yucatán-Halbinsel tickten. Menschen anders, Essen anders, Klima anders. Und...ja, eigentlich hat also gestimmt ;-) Die Menschen sind aber eigentich überall in Mexiko einfach nur superlieb!

 

Das hier waren unsere ersten Eindrücke, die wir von San Cristóbal bekamen:

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Der Plaza 31 de Marzo - Zócalo

Da muss man sich doch gleich verlieben, oder? Farbenfroh schillernde Häuschen reihen sich hier an majestätische Kolonialbauten und betagte Kirchen, überall gibt es charmante Cafés und hübsch dekorierte Restaurants. Auf den Straßen und in den vielen Parks, die mit Girlanden geschmückt sind, spielen Kinder Ball und auch Verkäufer, die mexikanische Leckerbissen verkaufen, finden sich auf Schritt und Tritt. Alles hier lädt zum Innehalten und Entspannen ein. Und doch elektrisiert die Stadt einen durch seine Farbenpracht. Nicht umsonst verlängerten wir unseren San Cristóbal de las Casas-Aufenthalt von ursprünglich 4 Tagen auf 9 Tage.

Wir wohnten in einem schnieken Doppelzimmer im gemütlichen Puerta Vieja Hostel*. Dieses Hostel ist bis jetzt eines der allergeilsten Hostels, in denen ich je übernachtet habe. Es hat einfach alles, einen geilen Garten, in dem es sich bequem in den Hängematten abchillen lässt, abends eine Bar mit Kamin, in der Hammer-Cocktails verabreicht werden (Dienstags gab's übrigens 2 Stunden lang gratis Cocktails), Tischtennis-Turniere, Ausflüge und ein junges, motiviertes und liebes Team.

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Der Garten des Puerta Vieja Hostel in San Cristóbal

In San Cristóbal kamen wir voll in den Kultur-Genuss schlechthin. Wir besuchten das regionale Kakao-Museum sowie das Jade-Museum. Außerdem unternahmen wir viele Tagestrips, von denen einer uns zu den berühmten Bergseen, den Lagos de Montebello führte:

 

 

Restaurant-Tip San Cristóbal de las Casas: 

Mit meinem guten Freund Diego, den ich aus Studienjahren in Salzburg kenne und den wir hier in San Cris besuchten, schmausten wir zweimal im El Mesón del Taco. Ich glaube, wir haben nie wieder so leckere und authentische Tacos gegessen wie mit meinem mexikanischen Freund in diesem absoluten Juwel von Restaurant.

 

 

Frühstücks-Tipp San Cristóbal de las Casas: Im Namandí-Restaurant haben wir es uns einmal richtig gut gehen lassen und ein Frühstück sondergleichen geschmaust. Anschließend habe ich dort och ein wenig auf meinem Laptop gearbeitet. Dem phänomenal schnellen WiFI des Namandí ist es auch zu verdanken, dass wir trotz des Diebstahls in Chetumal fast keine Fotos verloren haben, denn dort haben sich so gut wie alle Fotos und Videos mit unserer Online Cloud synchronisiert. Das ging mit den vielen Hostel-Wifis immer nur ganz langsam. Ein paar Tage später wurde der Laptop dann gestohlen, die Fotos waren aber schon längst online abgespeichert :-) 

Ein wenig abseits vom Geschehen nähe des Klosters Templo de Santo Domingo stießen wir auf einen richtig schnuckeligen Markt voller Marktdamen, die lauthals ihre Ware anpriesen. Die Waren schillerten in allen Farben und ich musste mir verkneifen, mein hundertstes Paar Ohrringe dort zu kaufen ;-)

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Der Händlermarkt nähe des Templo de Santo Domingo

5.6. Palenque - Sechster Stop auf Mexiko-Rundreise

Die 9 Tage in San Cristóbal vergingen wie im Flug und schon hieß es Abschied von der schnuckeligen Bergstadt und unserem Freund Diego nehmen. Ein Stop im Bundesstaat Chiapas stand uns aber noch bevor, bevor es wieder nach Chetumal gehen sollte.

 

Palenque. Schon in Wien hatte ich von Freunden von diesem magischen Ort gehört. Eine Maya-Stätte, komplett verwunschen gelegen im Dschungel-Dickicht Mexikos. Eine Atmosphäre, so friedvoll und gleichzeitig energiegeladen, dass man dort Stunden verbringen konnte. Also ging es ab nach Palenque und zwar direkt mit dem ADO-Bus von Chetumal aus. Da Palenque eine sehr touristische Maya-Stätte ist, ist auch das Städtchen Palenque voller Souvenirläden, ATMs und Restaurants.

 

Restaurant-Tipp Palenque: Bei Tropi Tacos haben wir in 2 Tagen gleich zweimal gegessen. Lecker Tacos, schmackhafte Guacamole und eines der bestes Agua de Jamaica (Hibiskusblütensaft) von ganz Mexiko.

 

Die Maya-Stätte selbst war absolut traumhaft. Ich weiß nicht, wie viele Stunden wir an diesem märchenhaften Ort verbrachten, aber ich fühlte mich danach auf jeden Fall sehr glücklich :-)

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Maya-Ruinen haben eine Wahnsinns-Wirkung auf mich!

6. Letzter Stop und Fazit Zur Mexiko-Rundreise

Von Palenque ging es hurtig mit dem ADO Bus binnen ca. 6 Stunden zurück nach Chetumal. Dort sollte dann unser Einbruch-Unglück geschehen. Alles, was wir im Anschluss in den zwei Wochen Chetumal unternahmen, habe ich weiter oben schon beschrieben.

 

Chiapas war übrigens tatsächlich ein wenig anders im Gegensatz zur Yucatán-Halbinsel. Die Menschen waren auf jeden Fall indigener, es wurde mehr traditionelle Kleidung getragen, das Essen kam uns nochmal ein Stück authentischer vor und das Wetter war ein wenig kühler.

 

Zusammengefasst finde ich alles, was ich bis dato von Mexiko kenne, absolut faszinierend und freue mich schon, wenn ich dieses vielseitige Land das nächste Mal besuchen darf. Ein Land, das einfach alles bieten kann (bei der Größe nicht schwierig, gell? ;-) ), weiße Sandstrände, karibische Inseln, Berglandschaften und -dörfer, indige Völker, Maya, Azteken, Wasserfälle, mexikanische Küche, Traditionen und Gewohnheiten - in Mexiko lernt man einfach nie aus.

 

Auch ich habe viel über Mexiko und auch über mich selbst während unserer Mexiko-Rundreise gelernt. Nächstes Mal möchte ich unbedingt den Dia de los Muertos mitbekommen und in den Bundesstaat Oaxaca. 

 

Und wie sieht's bei euch aus? Welcher Stopp meiner Mexiko-Rundreise hat euch am meisten gefallen? Wart ihr selbst schon mal in Mexiko oder plant ihr es? Ich freue mich auf eure Kommentare.

 

Zum Abschluss präsentiere ich euch mein letztes Bild aus Mexiko, kurz vor unserer Abreise nach Belize:

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Adios, Mexiko!

Ich danke euch, dass ihr bis hierhin gelesen habt und wünsche euch noch einen schönen Tag. 

Ciao, eure

Stefanie

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Kommentare: 3
  • #1

    Wilhelm F. (Donnerstag, 04 Oktober 2018 08:14)

    Willst du über Mexiko mehr erfahren, musst du Steffi fragen.
    Tolle Bilder.

  • #2

    Harald (Freitag, 05 Oktober 2018 11:00)

    Es ist ja fast nicht zu glauben, aber du steigerst dich. Dieser Bericht ist sowas von energiegeladen, entzückend emotional und persönlich und über alle Maßen informativ. Den Satz vom Wilhelm F. kann man nur mehrmals unterstreichen. Und dazwischen immer fantastische Bilder. Ein großer Genuss.

  • #3

    Diego (Freitag, 05 Oktober 2018 23:02)

    Super gemacht Steffi! Du hast viel Talent als Schriftstellerin.