Reisebericht GRAN CANARIA - Urlaub auf der Insel des ewigen Frühlings!

Wenn man so wie wir in Spanien wohnt, liegt es sehr nahe, dass man aufgrund unglaublich günstiger Flugverbindungen seinen Urlaub auf einer spanischen Insel verbringt. Nach den Balearen im Frühjahr war es dann im Sommer 2017 so weit und es ging auf die Kanaren im Atlantik. Wer jetzt glaubt, hier gäbe es keine großen Unterschiede, irrt sich gewaltig. Hier mein Reisebericht über Gran Canaria, eine Insel mit vielen Facetten.


Viel Wissen hatte ich über Gran Canaria nicht, bevor ich dort war. Ganz dunkel sagte mir mein Kopf etwas von Hitze, Sanddünen und All-inclusive-Urlaub. Außerdem machte mein Kopf keinen Unterschied zwischen Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura und allen anderen kanarischen Inseln. Dass aber jede Insel wirklich einzigartig ist und Gran Canaria sogar Miniaturkontinent genannt wird, war mir bis dahin fremd. Dass es über dies hinaus für viel mehr geeignet ist als für puren Strandurlaub für deutsche Pensionisten, musste ich auch erst lernen. Es gibt sie zwar, die Touri-Hochburgen wie Maspalomas (und ja, auch wir haben dort in der Nähe unser Hotel gehabt, haha!) aber die Insel hat so viel mehr zu bieten. Hier kurz ein kleiner Daten-Check bevor es weitergeht:

Daten über Gran Canaria

Was ist Gran Canaria? Die drittgrößte Insel der Kanaren, eine autonome Gemeinschaft Spaniens. Der Autonomiestatus verleiht den Inseln zB eigene Gesetzgebungs- und viele anderen Kompetenzen. Außerdem gibt es ein eigenes Steuer- und Wirtschaftssystem, welches den hiesigen Unternehmen gewisse Vorteile bietet und die Preise sich vom restlichen Spanien stark unterscheiden. Zigaretten kosten zB nur um die 2,50 Euro. 

Hauptstadt: Las Palmas de Gran Canaria

Fläche: 1.560,1 km².  Zur Veranschaulichung: Mallorca ist in etwa zweieinhalb mal größer, die Stadt London ist flächenmäßig in etwa gleich groß wie Gran Canaria. 

Einwohner: ca. 850 000

Lage: im Atlantik, ca. 200 km westlich der afrikanischen Küste. Die kürzeste Distanz nach Europa sind ca. 1250 km (nach Cádiz, Spanien). 

Erreichbarkeit: Viele Fluglinien fliegen direkt nach Las Palmas de Gran Canaria von Deutschland, Österreich und der Schweiz, darunter Eurowings, Lufthansa, Austrian, Swiss, Ryanair, Condor oder Norwegian. Auch im Winter gibt es wöchentlich Direktflüge. Mögliche Städte sind u.a. Berlin, Hamburg, Düsseldorf, München, Zürich und Wien. Auch die spanische Billigfluglinie Vueling macht immer mehr auf sich aufmerksam. Flugzeit sind ca. 4-5 Stunden. Vom Flughafen fährt die Buslinie 60 ins Stadtzentrum von Las Palmas, die Linie 66 bringt euch nach Maspalomas.


Reisebericht Gran Canaria

Wir flogen mit einer meiner Lieblingsfluglinien, der spanischen Billig-Airline Vueling, direkt von Barcelona aus. Da Barcelona schon ein deutliches Stück westlicher liegt als alle deutschsprachigen Städte, ging der Flug auch "nur" ca. 3 Stunden. Trotzdem viel, wenn man ja eigentlich nur in Europa unterwegs ist ;-)
Der Flug war sehr angenehm und wir flogen u.a. auch über Gran Canaria's kanarische Brüder Fuerteventura und Lanzarote, was in etwa so aussah:

Kaum angekommen ging es flugs mit der Buslinie 66 nach Maspalomas. Onkel Google hilft hier echt gehörig mit, einfach Hotel eintippen und schon bekommt man alle Infos zu den benötigten Öffis. Heutzutage kann ich mir fast gar nicht mehr vorstellen, wie ich 2009 ohne Smartphone mit Zug und Bus quer durch Europa gereist bin, aber auch dies war möglich und vielleicht sogar mit ein bisschen mehr Abenteuer verbunden. Trotzdem bin ich froh über die heutige technische Welt, denn Smartphones gewähren einem des öfteren auch mehr Sicherheit.

 

Von der nächstgelegenen Busstation mussten wir noch ein wenig "hatschen", ca. 15 Minuten zu Fuß waren wir unterwegs. Mit nichts als Handgepäck ging das aber wie geschmiert und wie wir strahlte auch die Sonne bis über beide Ohren. Da macht man gerne einen Spaziergang. Im Hotel angekommen, waren wir sehr positiv überrascht von allem. Gebucht hatten wir eine Wohnung im Apartments Tisalaya Park, das ihr hier bei booking.com* gerne näher beäugen könnt, falls ihr selbst Lust auf einen Gran Canaria - Urlaub habt. Oder ihr sucht euch auf dem folgenden Feld etwas Hübsches zusammen:

Booking.com

Die Anlage war sauber und toll in Stand gehalten, inklusive vieler saftig grüner Pflanzen, kleinen Kieselsteinwegen rund um die Anlage, Blumentöpfen, Brunnen und allem, was so zu einer kitschigen Urlaubsanlage gehört. Die Apartments sind in Bungalows untergebracht. Zwei Apartments pro Bungalow, eines im Erdgeschoss und eines im ersten Stock. Wir bekamen eines im ersten Stock. Die Apartments können nicht nur Schlafzimmer und top Badezimmer aufweisen, sondern auch einen Wohnbereich und eine eigene Küche. Die Bungalows reihen sich in Kreisform um einen sauberen, großen Pool, welcher so das Zentrum der Anlage bildet. Neben dem Pool befindet sich das Haupthaus, in welchem das Restaurant untergebracht ist. Hier waren wir aber nur für Nachmittagskaffee oder ein gelegentliches, frisches Getränk zu Gast, hatten wir doch keine Verpflegung dazugebucht, weil wir die Insel erkunden wollten. Hier eine kleine Veranschaulichung der Hotelanlage:

Apartments Tisalaya Park, Maspalomas, Gran Canaria
Apartments Tisalaya Park

Wie ihr oben auf dem großen Foto der Anlage erkennen könnt, war es bei der Aufnahme gerade bewölkt. Während unseres gesamten Aufenthaltes auf Gran Canaria und auch eine Woche später sollte uns nämlich immer mal wieder ein für diese Region typisches Wetterphänomen einen kleinen Strich durch die Rechnung machen: Zeitweise treffen sehr trockene Winde von der Sahara kommend auf die kanarischen Inseln. Dies nennen die Einheimischen Calima (klingt schon so afrikanisch, oder?). Den Calima kann man manchmal kaum merken, an anderen Tagen zeigt er sich in Form von starken Winden mit Sand und einem Temperaturanstieg von bis zu 50 °C. 


Gran Canaria entdecken

Diese vielfältige Insel spielt wirklich alle Stückerl. Das Angebot reicht von weichen Sandstränden, wüstenähnlichen Dünenlandschaften bis hin zu malerischen Hafenstädtchen. Auch etwas abgelegenere Bergdörfer weist die Insel auf, und natürlich auch große, urbane Städte. Darüber hinaus könnt ihr bei Interesse eine komplett neue Kultur kennenlernen, nämlich die der Ureinwohner der Inseln, der Guanchen.

 

Wie schon erwähnt, man sagt Gran Canaria nach, es wäre ein Miniaturkontinent, da von allem etwas vorhanden ist. Es gibt nicht nur unzählige, verschiedene Landschaften, sondern auch mehrere Klimazonen auf der kanarischen Insel. Der Süden weist viel Trockenheit auf und gleicht vom Klima her oft einer Wüste. Als komplettes Gegenteil präsentiert sich hingegen der Westen, von kargen aber atemberaubenden Berglandschaften und Steilfelsen geprägt.  In Richtung Norden wird die Insel bedingt durch die erhöhte Feuchtigkeit dann wieder viel grüner und es gibt allerlei Vegetation. Auf einem durchaus kleinem Raum von 50km könnt ihr also allerhand entdecken.

 

Wir haben während unseres Urlaubes nicht alles abgefahren, um einerseits viel entspannen zu können und andererseits einen Grund zu haben, um wiederzukehren ;-)  Aber in den paar Städten, die wir abgeklappert haben, habe ich selbstverständlich von meiner Kamera Gebrauch genommen und ein paar Impressionen festgehalten:

Maspalomas

Diesen Ort würden viele wahrscheinlich als einzige, riesige Ferienanlage bezeichnen. Es stimmt, dass der Ort von Ferienanlagen dominiert wird, inkl. jeglicher Touri-Infrastruktur wie Shopping Malls, Vergnügungsparks und Restaurants.

 

Maspalomas haben wir nicht nur gut kennengelernt, da wir in der Nähe wohnten und hier ein paar Mal abendessen waren oder tagsüber spazieren, sondern auch weil ich das Gesundheitszentrum von Maspalomas von innen kennenlernen und zweimal aufsuchen "durfte". Leider hatte sich zu Beginn unseres Urlaubs meine Angina noch nicht beruhigt und ich hatte bereits am zweiten Tag sehr starkes Halsweh beim Frühstück. Bei der Rezeption bekam ich die Info, dass ein Besuch beim in der Nähe gelegenen Privatspital 100 Euro Anmeldegebühr kosten würde. Da würde dann natürlich noch die individuelle Gebühr für die Behandlung dazukommen. Schnell der Rezeptionistin auf Spanisch erklärt, dass ich in Barcelona lebe, arbeite und Steuern zahle - also auch Anspruch auf eine staatliche Gesundheitsversorgung habe. Und schon wurde mir der Weg zum Centro de Salud Maspalomas erklärt, also das Ärztehaus, welches die Einheimischen aufsuchen. Dorthin durfte ich mich in den nächsten Tagen zweimal begeben (Versorgung sehr professionell und nett!) und dadurch haben wir Maspalomas nochmal ein wenig mehr kennen gelernt. Der Teil rund um das Gesundheitszentrum ist glücklicherweise nicht wirklich touristisch, es gibt viele Einrichtungen, in denen sich vor allem Einheimische tummeln. Hier ein paar Impressionen von "unserem" herrlich unaufgeregten Maspalomas:

Parque Urbano del Sur

Ein Park, der eine angenehme Atmosphäre versprüht und wo am Wochenende die Einheimischen in Form von Großfamilien picknicken.


Mercado Municipal

Beim städtischen Markt wuselten schon mehr Touris herum als im Park. Trotzdem habe ich gemerkt, dass auch viele dass sich die Touris lieber in den Dutzenden von Shoppingzentren aufhalten oder natürlich in einem der Souvenirshops irgendwo am Strand. Der Mercado Municipal ist nur mittwochs und samstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Er befindet sich im Stadtteil San Fernando. Der Markt, der auch Mercadillo San Fernando genannt wird, teilt sich in zwei Bereiche auf. Wir hätten da einerseits im Herzstück die Markthalle. Dort könnt ihr euch mit Lebensmitteln eindecken. Das Angebot reicht von Fisch, Fleisch, Gemüse und Obst über Getränke, kanarische Produkte bis zu Blumen und Backwaren. Sogar deutsche Stände haben es in die Halle geschafft, ein Bäcker und Metzger inklusive Imbiss mit Würstel und Co. 

 

Auf dem weiteren Marktgelände, also rund um die Markthalle, gibt es Ramsch, Klamotten, Schmuck, Kopfbekleidung, Luftmatratzen und ähnliches, dies ist also ein Teil, welcher eher auf die Touris abgestimmt ist. Aber auch dieser Teil war nie überlaufen und es war sehr angenehm, über das Gelände zu spazieren. Falls ihr mittwochs oder samstags in Maspalomas seid, würde ich euch den Marktbesuch auf jeden Fall empfehlen, man erhält einen kleinen Einblick in das unaufgeregte Alltagsleben der Einheimischen. 


Cafeteria Mercado Municipal

Mein absolutes Highlight in Maspalomas. Schon als ich das Café zum ersten Mal sah, wollte ich es unbedingt auf seine Kulinarik testen. Es war gesteckt voll, die Relation Einheimische/Touris war ca. 80/20, also genial. Die Preise waren so niedrig, wie die Portionen riesig. Im Endeffekt waren wir innerhalb einer Woche Gran Canaria dreimal dort essen. Die Atmosphäre inmitten der Markthalle hat mir außergewöhnlich gut gefallen, alles so wuselig und viel los - genau mein Geschmack. Ich kann euch die Cafeteria im Mercado Municipal wärmstens empfehlen, vom Riesen-Croissant zum Frühstück mit einem leckeren Café con leche bis über ein typisch kanarisches Abendessen für ca. 30 Euro für 2 Personen gibt es hier alles. Im Folgenden gibt's ein Foto von mir mit Riesen-Croissant, wo es einfach nur so lächerlich groß aussieht, dass man meinen könnte, ich hätte es nicht geschafft, es aufzuessen. Und damit hat man leider Recht ;-)


Arucas

Arucas ist wohl eine der bedeutendsten Städte Gran Canarias, wenngleich auch nur die viertgrößte. Hier gibt es viel zu bestaunen, etwa die mächtige und schon von weitem ersichtliche Kirche San Juan Bautista. Ihr ganz besonderes Merkmal ist der dunkle Basaltstein, aus dem sie erbaut wurde. Basalt ist ein Vulkan-Gestein und gilt auf allen kanarischen Inseln als wichtiges Baumaterial, heutzutage werden auch viele Souvenirs daraus hergestellt. San Juan Bautista ist spanisch für - ja, wen?  Genau, den Heiligen Johannes, den Täufer. Ihm wurde die Kirche geweiht und ihm zu Ehren wird jährlich um den 24. Juni ein großes Fest veranstaltet. Schön, dass die Girlanden und sonstige Restdekoration noch zu sehen waren, als wir in das Städtchen einkehrten. 

Kathedrale Arucas, Gran Canaria, Church, Catedral
Die beeindruckende Kathedrale von Arucas

Außerdem gilt es in Arucas noch etwas ganz Besonderes zu entdecken. Etwas einzigartiges. Hättet ihr gewusst, dass sich auf Gran Canaria die größte Rumfabrik Europas befindet? Ich jedenfalls nicht, und dementsprechend klappte mir die Kinnlade hinunter, als ich diesen Fakt zu hören bekam. Was, und da durfte ich nun hinfahren? Saucool! Die Rumfabrik nennt sich Destilerias Ron Arehucas, mit dem gleichnamigen Arehucas Rum. Dieser Rum ist fest in der Inselidentität der Einheimischen verwurzelt, ein Canario kann und will nicht ohne den leckeren Rum leben. Was ich alles so in der Rumfabrik erlebt habe, möchte ich in einem eigenen Artikel festhalten, den ich hoffentlich bald online stelle, aber hier könnt ihr jedenfalls die Homepage der Destillerie abchecken.

In der Rumfabrik Arehucas
In der Rumfabrik Arehucas

Arucas hat aber nicht nur Religion und Alkohol zu bieten, sondern auch wunderschöne Parks und Gärten, wie den Stadtpark Parque Municipal, welcher darauf wartet, euch mit wunderschönen endemischen Gewächsen zu überraschen. Oder auch der botanische Garten Jardín de las Hespérides, welcher ca. 500 Meter vom Ortskern entfernt liegt. 


Teror

Teror ist ein bedeutender Wallfahrtsort für die Canarios. Am Plaza del Pino, dem Platz des Kieferbaums, steht die berühmte Wallfahrtskirche Nuestra Señora del Pino.  In der Basilika könnt ihr eine beachtliche Marienstatue, die Virgen del Pino, vorfinden. Übersetzt bedeutet dies die Jungfrau von der Pinie. Sie ist die Schutzheilige der Stadt und gesamten Insel und soll Mythen zufolge zwischen den Zweigen einer Pinie am heutigen Plaza del Pino, zwei Hirten erschienen sein, um die nicht getauften Einwohner zu bekehren. Wir haben eine kleine Führung durch Teror gemacht und auch uns wurde diese Story aufgetischt :D Der Guide zeigte auf einen Pinienbaum vor der Kirche und meinte: "Da oben saß sie, zwischen den Zweigen. Dort hat man sie vorgefunden". Naja... ;-)

Teror Pinie Pinha Pina, Baum
Die Pinie zur Linken soll der Übeltäter gewesen sein, die Jungfrau hat dort angeblich gesessen...

Was ich an Teror sehr schätze, ist, dass es sich mit seiner Lage im nördöstlichen Bergland ein bisschen abgelegen der üblichen Massentourismus - Routen befindet und dort nicht gleich jeder hinfährt. Dieser Fakt macht es zu einem sehr ursprünglich gebliebenen Ort. Die Architektur ist sehr typisch kanarisch und kann an allen Häusern perfekt erkannt werden. Vor allem die typischen Holzbalkone, die die Fassaden der Häuser schmücken, hatten es mir angetan.


Der Roque Nublo und seine Landschaft ringsum

Der Roque Nublo ist Gran Canarias berühmtester Felsen und, soweit ich mich erinnern kann, das Wahrzeichen Gran Canarias. Aber nicht nur der die auffällige Felsformation aus Basalt nennt sich Roque Nublo, sondern auch der gesamte Berg drumherum. Er befindet sich in der Gemeinde Tejeda und ist für die Canarios von großer Bedeutung, für die Ureinwohner war er sogar eine Kultstätte. Der Felsen wird größenmäßig nur noch vom Pico de las Nieves, dem "Schneegipfel", übertrumpft, dieser ist aber nicht so bekannt wie sein kleiner Bruder. Wir sind nur kurz am Roque Nublo vorbeigefahren, haben die Landschaft auf uns wirken lassen und Fotos geschossen.

 

Der Roque Nublo links oben, Gran Canaria
Der Roque Nublo links oben
Die Berglandschaft rund um den Roque Nublo ist mehr als faszinierend, Gran Canaria
Die Berglandschaft rund um den Roque Nublo ist mehr als faszinierend!

Leuchtturm und Dünen von Maspalomas

Neben dem Roque Nublo sind auch die riesigen Dünen von Maspalomas eines der wichtigsten Wahrzeichen, mit denen sich Gran Canaria rühmt. In den 60ern und 70ern wäre dieses Terrain durch den schnell wachsenden Massentourismus fast zerstört worden. Gott sei Dank wurden die Dünen kurz darauf zum Naturschutzgebiet nationaler Bedeutung erklärt und heute sind 403 Hektar der Dünen sogar für die Touristen gesperrt.  Lange war nicht klar woher der ganze Sand der Dünen überhaupt stammt. Heute weiß man, dass er einerseits aus der Erosion der Felsenküste stammt. Der größte Teil des Sandes allerdings besteht aus zerriebenen Muschelschalen, welche durch die Brandung, die Gezeiten, sowie durch die Veränderung des Meeresspiegels aufgetragen wurden. Der angeschwemmte Sand wird vom afrikanischen Passatwind weiter ins Landinnere getragen, bis er aufgrund eines Hindernisses nicht mehr weiterwehen kann und sich zu einer Düne auftürmt, welche dann ca. 2- 5m pro Jahr weiter landeinwärts wandert.

Der Leuchtturm von Maspalomas befindet sich in der Nähe der Dünen und liegt im Stadtteil Meloneras
Der Leuchtturm von Maspalomas befindet sich in der Nähe der Dünen und liegt im Stadtteil Meloneras

Am Strand und in den Dünen sind laut Internet regelmäßig ganz schön viele Leute unterwegs. Manchmal gibt es ganze Karawanen von Touris, die sich den ca. 6 Kilometer langen Weg durch die Dünen geben. Dieser Weg erstreckt sich vom Leuchtturm von Maspalomas am südlichen Ende der Dünen bis zum nördlichen Ende in Playa del Ingles, einem weiteren Touri-Zentrum Gran Canarias. Bei unserem gemütlichen Spaziergang durch die Dünen hatten wir großes Glück und es waren erstaunlicherweise nur sehr wenig Leute unterwegs. Es kam schon mal vor, dass sich hunderte Meter vor oder hinter uns niemand blicken ließ auf unserem Streifzug. So kam sehr schnell ein gewisses Saharafeeling auf, besonders, als ich quietschvergnügt die meterhohen Dünen runtersurfte und -kugelte. "Die Kamele fehlen", dachte ich mir und fand das witzig. Nur um ein paar Stunden später im Internet nachzulesen, dass hier wirklich Kamelritte angeboten werden ;-)


Playa del Ingles

Zu guter Letzt möchte ich noch erzählen, dass ich mich auch im Touri-Viertel Playa del Ingles herumgetrieben habe. Es ist zwar DAS Touristenzentrum schlechthin auf Gran Canaria, aber manchmal finde ich so einen wuseligen Ort, der sich vor Restaurants gar nicht retten kann und wo immer irgendwo Live Musik gespielt wird, auch ganz entspannend. Ja, ich weiß, Asche über mein Haupt. Man muss ja nicht gleich das ganze Paket mitmachen und zuerst bei Onkel Willis Laden fünf aufblasbare Matratzen kaufen, nur um danach bei Renate's Ecke sein Wiener Schnitzel zu mampfen. Es kann ja auch einfach bei einem gemütlichen Cocktail bleiben. Wir haben uns in Playa del Ingles tatsächlich einmal eine Fischplatte gegönnt, und zwar im Casita Canaria. Und anhand des folgendes Fotos könnt ihr bewerten, ob ich darüber glücklich oder traurig war ;-)

Fischplatte, Casita Canaria, Playa del Ingles
Mit ein bisschen ungünstigem roten Licht von oben, aber glücklich mit meiner Fischplatte

So, ich denke, das war jetzt einmal das Wichtigste und ein guter Überblick über die Orte in Gran Canaria, die einen Besuch von uns abgestattet bekamen. Wie gesagt, wir haben auch viel entspannt und dementsprechend gar nicht so viel gesehen, waren außerdem ohne Mietwagen unterwegs. Der eigentliche Abenteuer-Erkundungs-Rundfahrt-Trip sollte nämlich erst eine Woche später auf Teneriffa stattfinden (dazu kommt auch bald ein Artikel). Mein Fazit zu Gran Canaria ist durchaus positiv und ich möchte gerne wiederkommen. Gerade das schwüle Wetter hat es mir besonders angetan, ich bin ja ein Mensch, welcher wirklich (!) nicht genug Hitze abbekommen kann (das weiß man erst, wenn man als Fitness-Animateur in Tunesien bei 40 Grad noch immer gute Laune hat :D).  Auf den Kanaren ist das Wetter ja wirklich durchgehend warm. Über ein paar Schwachstellen, wie zB viele Pensionisten und viel Touri-Zeug rege ich mich nicht wirklich auf, zumal man ja immer auch ruhigere Ecken und Orte suchen kann. Die Einheimischen sind unglaublich freundlich und hilfsbereit. Gran Canaria ist von allen kanarischen Inseln übrigens DIE Schwulen-Insel, was auch während unseres Urlaubes für viele Lacher und gute Unterhaltung gesorgt hat (Schwulen-Shows etc.)

 

So, zum Abschluss noch ein Foto, als wir einmal abends in Maspalomas spazieren waren. Weiter geht's dann bald mit einem Teneriffa-Artikel, ciao!

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Kommentare: 1
  • #1

    Harald (Sonntag, 04 März 2018 13:41)

    Liebe Steff,, wieder einmal flüssig und lustig geschrieben, sehr informativ und vorallem die Betonung der Vielfältigkeit dieser Insel, haben mir sehr gut gefallen.
    Freue mich schon auf den nächsten Bericht.