SEVILLA - ein perfektes Wochenende in der Hauptstadt Andalusiens!

Sevilla beraubt einem den Atem. So simpel ist es. Ich weiß nicht, was ihr euch immer vorstellt wenn ihr an Sevilla denkt, aber bei mir schwirrten da immer total schöne Bilder im Kopf... voller Hitze, Flamenco, schönen Menschen und ganz vielen Orangen. Und im Grunde war es dann genauso, als wir nach Sevilla reisten- oder sogar noch ein klein wenig besser. In diesem Artikel würde ich euch gerne die quirlige Stadt präsentieren anhand eines 3-Tage-Plans voller Ideen von früh bis spät.

Warum Sevilla so glänzt...

Die frühen 90er meinten es super mit Sevilla, denn es wurde ausgewählt, 1992 der Gastgeber der EXPO zu sein. Hierfür gab's erstmal eine saftige Geldspritze (total lustig, wie Städte immer komplett kernsaniert werden, wenn sie EXPO-Gastgeber sind) und diese Geldspritze brachte viele, erfreuliche Dinge mit sich. Darunter ein neuer Hochgeschwindigkeitszug zwischen Sevilla und Madrid, robustere Straßen und ein neuer Flughafen. Außerdem wurden mehr Brücken über Sevillas Fluss Guadalquivir gebaut, denn auf der anderen, damals noch eher unterentwickelten Seite sollte die EXPO stattfinden. Seitdem glänzt die andalusische Perle und jeder möchte einmal dort gewesen sein. Ich war im Jänner dort, daher die "paar" Wolken auf den Fotos, aber hey - lieber Sevilla im Winter als gar nicht. Lest im Folgenden, was ihr auf keinen Fall verpassen dürft:

TAG 1

1. Das typisch spanische Frühstück genießen

Kennt ihr diese ganzen Spanier, die immer auf Diät sind? Ich auch nicht. Deswegen starten wir unseren ersten Sevilla-Tag gleich einmal deftig – nämlich mit ein paar „tostadas“. Das ist Brot mit einer leichten Tomaten-Olivenöl-Sauce als Aufstrich und vielleicht noch ein wenig Queso oder Jamon. Dies gibt es in ganz Spanien in verschiedenen Varianten, aber in Sevilla isst man dies auch mal gerne als Frühstück, mit einem leckeren Cafe con leche – versteht sich von selbst. Sucht euch am besten ein freundliches und sonniges Platzerl direkt am Fluss und tankt ganz viel Sonnen-Vitamine für den Tag.

2. Aus dem Staunen nicht mehr herauskommen am Plaza de España

So muss Gott sich den perfekten Hauptplatz für eine Stadt vorgestellt haben. Das dachte ich mir, als ich den Plaza de España in Sevilla zum ersten Mal gesehen hab. (Gut, da hatte ich noch nicht in Barcelona gewohnt denn heutzutage finde ich Barcelonas Plaza España sogar noch eindrucksvoller, aber das tut ja hier nichts zur Sache). 

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der Plaza de España in Sevilla mit wolkenbedecktem Himmel

Betritt man den 5000 qm² großen Platz zum ersten Mal, fallen einem sofort die im venezianischen Stil dekorierte Brücken auf, welche über mit tiefblauem Wasser gefüllte Kanäle führen. Oder das prunkvolle Hauptgebäude, das einen Mix aus Rennaissance-Stil und maurischem Stil aufweist. Vom gemieteten Ruderboot aus (an warmen Tagen bis 21 Uhr geöffnet) kann man den Plaza de España und seine weiteren Sehenswürdigkeiten von allen Winkeln betrachten, wie zB die in einem Halbkreis aufgeführten Mosaikbilder, die die verschiedenen Provinzen Spaniens präsentieren. Oder auch die neo-maurischen Bögen, die blau-weiß-bemalten Brückengeländer und auch der niedliche Teich in der Mitte des Plaza. Wir haben uns bei unserem Besuch zuletzt einfach nur hingesetzt und einfach die Stimmung absorbiert: Straßenmusiker versprühen andalusisches Feeling, Souvenirverkäufer buhlen um die Gunst der Touristen und Einheimische gehen mit ihren Hündchen spazieren.

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blau-weiß verzierte Brückengeländer am Plaza España

3. Ein Spaziergang im Park Maria Luisa in Ehren....

...kann niemand verwehren. Und schon gar nicht, wenn er gleich gegenüber vom Plaza de España liegt und sich durch zahlreiche mit Orangenbäumchen und Palmen verzierte Alleen auszeichnet. In dieser grünen Oase lassen sich ganz wunderbare Fotos von verschiedensten Sehenswürdigkeiten schießen, wie zB vom mit Mosaikplättchen verzierten Löwenbrunnen, verschiedensten Denkmälern und Pavillons oder auch von einigen, historischen Gebäuden. 

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im Maria Luisa Park wimmelt es nur so von hübschen Brunnen
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"ein paar" Wurzeln hat dieser Baum im Maria Luisa Park

Der Park Maria Luisa sieht mit den ganzen idyllischen Alleen und Gewässern nicht nur königlich aus, er war es auch einmal wirklich. Luisa Fernanda von Spanien vermachte den Park der Stadt, nachdem sie 1897 in Sevilla verstorben war. Zuvor wurde die weitläufige Grünanlage als Garten eines Königspalastes genutzt.

Per gemietetem Fahrrad oder mit der Pferdekutsche lässt sich der Park Maria Luisa und sein umfassendes Pflanzenleben genau erkunden. Ein Picknick unter den schattenspendenden Bäumen kann ich mir auch gut vorstellen, bei uns hat die Zeit dazu leider nicht gereicht. 

4. Aquarium statt natürliches Solarium

Wenn es regnet oder falls euch das Wetter in Sevilla zu heiss ist (andalusische Temperaturen sind ja bekanntlich fast nicht auszuhalten im Sommer, wir waren im Jänner in Sevilla und selbst da hatte es angenehme 16 Grad), könnt ihr im kühlen Inneren des Acuario de Sevilla verweilen und die dort ansässigen ca. 400 Meeresbewohner beobachten.

 

Das Meeresmuseum hat sich auf die Weltumrundung von Ferdinand Magellan spezialisiert und ist so aufgebaut, dass man seine Reise der Reihe nach nachempfinden kann. Über 35 verschiedene Aquarien könnt ihr bestaunen, das grösste enthält über 2 Millionen Liter Wasser. 

 

Acuario de Sevilla

Muelle de las Delicias, 41012 Sevilla

geöffnet: September - Juni 10-19 Uhr (Mo-Do) und 10-20 Uhr (Fr-So) und Juli - August 11-20 Uhr (Mo-Do) und 11-21 Uhr (Fr-So)

Preise: 15 Euro (Erw.), 12 Euro (Sen.), 10 Eur (Kinder 4 -14 Jahre, darunter gratis), 43 Euro (2 Erw, 2 Kinder)

5. Den originalsten Flamenco findet ihr in Sevilla!

Sevilla ist DER Flamenco Hotspot. Ich hatte bis jetzt leider nur in Barcelona die Möglichkeit, bei einer Flamenco-Show dabei zu sein, aber nochmal würde ich es nur in Sevilla tun. Am besten lässt sich dieser To-do-Punkt im städtischen Flamenco-Museum abhaken: Zu Anfang noch eine traditionelle Museum-Erfahrung inklusive Ausstellungen von verschiedensten Flamenco-Kleidern, Schuhen und Hintergrundinfos, wird das Museum um 19:00 zur Showbühne: Eine einstündige Flamencoshow fängt nun an, gesteckt voll mit Leidenschaft und Intensität.

 

Hat euch nach dieser beeindruckenden Show das Flamencofieber erfasst, informiert euch gleich im Museum: Cristina Hoyos, eine der Künstlerinnen im Museum besitzt ihre eigene Flamenco – Tanzschule, in welcher ihr vielleicht beim nächsten Sevilla – Besuch einen Kurs besuchen könnt.

 

Museo del Baile Flamenco

Calle Manuel Rojas Marcos 3, 41004 Sevilla

geöffnet: alle Tage 10-19 Uhr, Flamencoshow 19-20 Uhr

Preise: Museum: 10 Euro (Erw.), 8 Euro (Studenten und Sen.), 6 Euro (Kinder)

Museum und Show: 24 Euro (Erw.), 18 Euro (Studenten und Sen.), 15 Euro (Kinder)

TAG 2

1. Desayuno - wie?

Das bedeutet “Frühstück” auf Spanisch, wahrscheinlich ist es den meisten von euch aber eh geläufig. Ich liebe die spanischen Märkte bzw. Markthallen, in denen es ganz viele verschiedenen Stände gibt, an denen man leckere, frische Lebensmittel kaufen kann, ihr auch? In Sevilla gibt es Gott sei Dank seit ein paar Jahren auch so eine Markthalle: Den Mercado Lonja del Barranco. Falls ihr schon einmal in Madrid oder Barcelona wart, wird er euch an den Mercado San Miguel bzw. La Boqueria erinnern. Der Mercado Lonja del Barranco hat aber trotzdem seinen eigenen Charme. Er hat sein Zuhause in einem Glas-Eisengebäude gefunden, welches im 19. Jahrhundert noch ein Fischmarkt war. In dieser Self-Service-Markthalle kann man von 20 verschiedenen Ständen Lebensmittel auswählen, von international bis typisch andalusisch ist so ziemlich alles verfügbar. Sogar ein Sitzbereich mit Sicht auf den Fluss Guadalquivir hat es ins Repertoire des Marktes geschafft – ein perfektes Plätzchen, um bei einem kleinen Frühstück euren zweiten Tag in Sevilla zu beginnen. 

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der Mercado Lonja del Barranco zur Weihnachtszeit
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verschiedenste gefüllte Oliven für 1 Euro pro Stück im Mercado Lonja del Barranco

2. Die Kathedrale von Sevilla und ihr berühmtes Grab

Christoph Kolumbus höchstpersönlich hat in der Kathedrale von Sevilla seine letzte Ruhestätte gefunden. Ja, ihr habt richtig gelesen. Die mächtige Kathedrale von Sevilla ist tatsächlich die „Heimat“ der letzten Überreste des berühmten Seefahrers (es gibt angeblich auch noch welche in der dominikanischen Republik, aber das ist ein anderes Thema). Vier steinerne Träger stützen den prächtigen Sarkophag. Sie repräsentieren die ehemaligen vier Königreiche León, Kastilien, Aragon und Navarra. 

 

Außer des Kolumbus – Grabes ist auch die Kathedrale selbst eine Wucht - die Zahlen sprechen für sich: Der Dom ist die größte, gotische Kirche Spaniens und auch eine der flächengrößten der ganzen Welt. Ihr Bau erstreckte sich über ein Jahrhundert. Außerdem wird sie seit unglaublichen 30 Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe gezählt. Man sagt, dass die ältesten Ordensbrüder beim Erbau des Domes meinten: „Lasst uns eine Kirche erbauen, die so unermesslich groß ist, dass man uns für verrückt erklären wird!“. Ich denke, dieses Vorhaben wurde erfolgreich in die Tat umgesetzt.

Ein paar Dinge, die ihr nicht auslassen solltet: den Glockenturm Giralda emporsteigen und von ganz oben über Dächer, Gärten, den Guadalquivir und Straßen blicken, den immensen Hochaltar erkunden sowie auch die Glasfenster aus verschiedensten Epochen und zuletzt den Orangenhof beim Westportal. Im Orangenhof vermischen sich maurische Einflüsse mit christlichen und versprühen eine friedliche Stimmung.  

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Das mächtige Eingangstor der Kathedrale von Sevilla

3. Sich in der Altstadt verlieren

Ein Labyrinth voller malerischer Gässchen und verwinkelten Wegen – das ist Sevilla’s Altstadt. Straßenartisten, die sich bemühen, die Touristen zu beeindrucken findet man hier genauso wie Sevillanos, die geschäftig durch die Gassen marschieren – und natürlich auch viele Touris. Im Jänner hält es sich mit Touris jedenfalls in Grenzen, das war bei unserem Besuch ganz angenehm. Die gepflasterten Straßen sind fast ausnahmslos mit Orangen- oder Pinienbäumen gesäumt, welche großzügig Schatten spenden. Der andalusische Charme kann hier anhand der Architektur, der Leute und der Kulinarik gespürt werden. Apropos Kulinarik – das bringt uns zum nächsten Punkt:

4. So viel Tapas essen, wie in einen hineinpassen

Vielleicht mögen die Spanier aus anderen Teilen des Landes dies anders sehen, aber die Sevillanos sind sich sicher: Tapas haben ihren Ursprung in Andalusien! Woher der Begriff selbst kommt? Da scheiden sich die Geister, aber hier soll’s erst einmal um das Tapas essen in Sevilla gehen (dieser Akt wird übrigens auch tapeo genannt). Die besten Nachbarschaften für ein tapaziöses Festmahl sind Alfalfa, Santa Cruz, Plaza San Salvador und Plaza del Duque. Zwischen 1,50 und 3,50 Euro dürft ihr für die Leckereien auf den Tresen legen.

 

Die typischsten Tapas sind übrigens: espinacas con garbanzos (Spinat mit Kichererbsen), papas aliñás (Erdäpfelsalat), alles rund um iberischen Schinken, pringá (verschiedenstes, kleingezupftes Fleisch) und – ja, tatsächlich – Stierschwanz, auch bekannt als cola de toro. Meine Lieblings – Tapasbar in Sevilla war übrigens die Bar Antojo in der Calle Calatrava, aber auch im Dos de Mayo am Plaza de la Gavidia haben wir lecker geschmaust. 

5. Das Metropol Parasol

Wolltet ihr nicht auch immer schon einmal die grösste Holzkonstruktion der Welt bewundern? Na, dann habt ihr endlich die Möglichkeit dazu, denn in Sevilla steht sie in voller Pracht: Der Metropol Parasol nähe des Plaza de la Encarnación ist ein futuristisch-modernes Bauwerk, das einem Schwammerl ähnelt und daher zu einem der wenigen neumodischen Sehenswürdigkeiten der Stadt gezählt wird.

 

Shoppingfreudige finden genauso Genuss an diesem Schwammerl wie Historikinteressierte, vorzufinden sind nämlich u.a. eine Markthalle (vom normalen Lebensmittel- bis zum Bauernstandl alles dabei), ein Einkaufszentrum sowie das archäologische Museum der Stadt. Es versteht sich fast von selbst, dass die grösste Holzkonstruktion der Welt auch tolle Cafes und Restaurants beherbergt. Oh, habe ich schon die Ruinen im Untergeschoss erwähnt, die in Form des Museo Antiquarium präsentiert werden? Fast 5000 m2 voller römischer Ruinen ab dem Jahre 30 n.Chr. warten auf euch!

 

Metropol Parasol

Plaza de la Encarnación, 41003 Sevilla

geöffnet: 10-23 Uhr

 

Antiquarium

Plaza de la Encarnación 37, 41003 Sevilla

geöffnet: Di-Sa 10-20 Uhr, So 10-14 Uhr

6. Wie ein waschechter Spanier feiern

Wie geht nochmal das Lied? "When I came to Spain and asked how people party,-...."
Nun gut, es weiss ja wohl jeder, dass die Spanier ein wirklich partywütiges Volk sind. Obwohl Städte wie Barcelona viel berühmter bzgl. Partyszene sind, geht es auch in Sevilla regelmässig rund und eckig. Trotz der kompakten Grösse der Stadt gibt es Clubs, Veranstaltungsorte, Events und selbstverständlich unzählige Bars. Besonders im Sommer kommt es vor, dass nicht IN, sondern VOR den Bars die Party stattfindet, wie es in vielen Städten der iberischen Halbinsel Brauch ist.

 

Die besten Gebiete zum Sau-Rauslassen sind Alfafa und Alameda, wobei Alameda ein bisschen alternativer ist. Auch an beiden Ufern des Flusses Guadalquivir wird das Leben ausgiebig zelebriert, hier fühlt es sich mehr einheimisch und weniger touristisch an. Auf der Altstadtseite des Flusses steppt der Bär beim Paseo de Cristóbal Colón, in der Calle Adriano und Calle Arfe.Auf der Triana-Seite ist es in der Calle Betis am lustigsten. 

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an beiden Seiten des Guadalquivir lässt es sich gehörig feiern

Tag 3

1. Churros! Churros, wohin das Auge reicht!

Am letzten Tag können wir so richtig über die Stränge schlagen und uns gleich einmal ein paar Churros zum Frühstück einverleiben, oder? Churros sind die längliche Antwort Spaniens auf Östereichs Krapfen oder Deutschlands Berliner. Ein in reichlich Öl frittiertes Fettgebäck, meistens begleitet von dickflüssiger Schokosauce. Klingt nach 10000 Kalorien, ist wahrscheinlich auch die Wahrheit, aber man ist ja im Urlaub... :-)  Die besten Churro-Bars in Sevilla sind - laut Verköstigungsmeisterin Stefanie - La Centuria und Bar Comercio. 

2. Königlicher Palast Alcazár

Ojeee, das ist tatsächlich Teil eines jeden Sevilla-Reiseführers und doch ist es irgendwie obligatorisch, dass ich ihn auch in meinen Guide reinhaue. Ist der Alcazár doch schließlich der älteste, heute noch genutzte Königspalast in Europa, die königliche Familie hat dort ihren Wohnsitz, wenn sie in Sevilla residiert. Versucht am besten, das UNESCO - Weltkulturerbe mit seinen maurischen Mauern, noch vor der Mittagszeit zu besuchen, um lange Schlangen zu vermeiden, vorzugsweise mit Onlineticket - dann geht's noch schneller. Nicht versäumen dürft ihr den Salón de Embajadores, den Innenhof Patio de las Muñecas und die Galería de Grutescos. Im Salón de Embajadores hat der König früher seine Gäste empfangen, er ist einer der imposantesten Räume im Alcazár.

 

Ich liebe es, wenn ein Bauwerk verschiedene architektonische und kulturelle Stile widerspiegelt. So ist es ein Leichtes, viel dazuzulernen über Land, Leute, Kultur und die Geschichte von Sevilla. Wusstet ihr, dass der Baustil des Alcazár-Palastes die Mudéjar-Architektur genannt wird? Diese Art von Architektur weist eine christliche Bauweise auf, welche aber viele maurische Elemente beinhaltet. Sie wird auf die lange Maurenherrschaft auf der iberischen Halbinsel zurückgeführt.

 

Zuletzt gibt es noch zu erwähnen, dass der Königspalast besonders für Game of Thrones - Fans ein Zuckerl ist. Der Salón de Embajadores war schon einmal Drehort für die Serie und ausserdem werden die Gärten von Alcazár des Öfteren als Drehort für die Wassergärten von Dorne benutzt.

 

Reales Alcázares de Sevilla

Patio de Banderas, 41004 Sevilla

geöffnet: von Oktober bis März: 09:30 - 17 Uhr, von April bis September: 09:30 - 19 Uhr

Am 1. und 6. Januar, an Karfreitag und am 25. Dezember ist der Alcazár geschlossen.

Preise: 9,50 Euro (Erw.), 2 Euro (Senioren und Studenten bis 25 Jahre), Audioguide: 5 Euro

Montags von 18-19: Uhr (Apr -Sept) bzw. 16-17 Uhr (Okt-März) ist der Eintritt für alle kostenlos.

3. Torre del Oro - mehr als ein bloßer Turm

Gerade noch habe ich über die Mauren gesprochen, und schon wieder sind sie erwähnenswert: Der Torre del Oro, zu Deutsch Goldturm genannt, war das letzte bedeutsame Bauwerk der Mauren in Sevilla. Die im Sonnenlicht golden schimmernde Sehenswürdigkeit diente 1220 noch als Festungsturm zur Verteidigung des Hafens. Es gab einen Schwesternturm auf der anderen Seite des Flusses, leider hat dieser es nicht bis zum heutigen Tage geschafft. Der Torre del Oro war schon so ziemlich alles, was man als Turm sein kann: Kapelle, Festungsturm, Gefängnis, Postamt, Pulverlager und heute ein Schiffahrtsmuseum. Erklimmt ihr die 91 Stufen nach oben, werdet ihr ganz schön belohnt: Sevilla erstreckt sich vor euch und bietet euch Einblick auf seinen engen Gässchen der Altstadt, royale Plätze, Alleen und natürlich den Fluss Guadalquivir. 

 

4. Triana, die andere Seite!

Tief in uns drin will doch jeder nach einem Städtetrip folgenden Satz sagen können: "Ja, Sevilla war toll, aber auch nur, weil wir nicht nur diese Touri-Sachen gemacht haben sondern auch "------" (bitte setze hier alternative Sehenswürdigkeit Nr. 1 ein) und "---------" (bitte setze hier alternative Sehenswürdigkeit Nr. 2 ein) gemacht haben." Kommt euch bekannt vor? Dann solltet ihr in Sevilla neben Alcazár und Kathedrale auch auf die andere Seite der Stadt spazieren, nämlich nach Triana. Hier angekommen, lässt es sich herrlich in der Calle Betis bei einem Kaffee (oder schon einem Glaserl Wein?) entspannen und den Sevillanos beim Bewältigen ihres Alltags zuschauen. Die Straße wartet mit vielen Bars, Restaurants und kleinen Geschäften auf euch, ein paar spezielle Souvenirs könnt ihr hier auf jeden Fall abstauben. Sevilla ist für seine Keramikfliesen bekannt, die Stadt ist voller schöner sogenannter azulejos. In Triana könnt ihr die Fliesen in den vielen, verschiedenen Keramikgeschäften am günstigsten bekommen. Oder ihr marschiert zum Keramikmuseum dem Centro de la Cerámica de Triana, und füllt eure Taschen dort mit Souvenirs aus Keramik. 

 

Wer nicht so auf Souvenirs aus ist und sein Geld lieber für leckere Lebensmittel ausgibt, dem kann ich den Mercado de Triana empfehlen, eine typische Markthalle voller lokaler Delikatessen. Von leckeren, andalusischen Orangen bis zum typisch rauchigen Jamon gibt es hier alles, was das Gourmetherz begehrt.

 

Centro de la Cerámica de Triana

Calle San Jorge, 31, 41010 Sevilla

geöffnet: 10-14 Uhr und 17-20 Uhr (Di-Sa), 10-15 Uhr (So und Feiertage)

Preis: 2 Euro 

5. Stierkampf - man liebt es oder man hasst es!

Sevilla ist eine der Hochburgen für Stierkampf in Spanien. Wenn ihr zum ersten Mal vor und später in der Stierkampfarena La Maestranza steht, werdet ihr verstehen, dass diese Stadt auf jeden Fall stolz auf diese Tradition ist. La Maestranza ist die älteste Stierkampfarena des Landes und ein Paradebeispiel für maurische Einflüsse in Andalusien. Das gesamte Gebäude glänzt voller Rundbögen, Säulen und allerhand maurischen Elementen, kräftiges Gelb und Rot erinnern an die spanische Flagge. Im Inneren wird es sogar noch besser: Nicht nur das Stierkampfmuseum, sondern auch eine prächtige Manege inkl. runder Sandfläche und Sitzränge wie in einem Stadion warten auf euch. Es hatte eine ganz spezielle Wirkung auf mich, auf dieser Sandfläche zu stehen und mir vorzustellen, wieviele bedeutsame Stierkämpfe hier schon ausgetragen wurden. Ich habe das Toben des mitfiebernden Publikums, der Toreros und der Matadores nahezu gespürt. 

 

Es mag sein, dass viele den Stierkampf heutzutage als nicht mehr angebracht ansehen, aber es ist unbestreitbarer Teil der spanischen Traditionen und Kultur. Wenn ihr nicht nur die La Maestranza - Arena selbst besichtigen, sondern einem Stierkampf besuchen möchtet, googelt am besten vorher, wann der nächste sogenannte corrida stattfindet. Die Tickets sollten weit im Voraus besorgt werden, da sie nach Verkaufsstart meistens binnen wenigen Stunden ausverkauft sind. 

 

Bei einem Besuch Sevillas solltet ihr euch dieses bedeutende, historische Bauwerk auf keinen Fall entgehen lassen. Vielleicht ergattert ihr im Museumsshop auch eines der originalen Stierkampfplakate aus der großen Zeit der Corridas? 

 

Plaza de Toros de Sevilla, La Maestranza

Paseo de Colon 12, 41001 Sevilla

geöffnet: November - März 9:30 - 19 Uhr und Oktober - April 9:30 - 21 Uhr

geschlossen am 25.Dezember, Karfreitag und Stierkampftage 9:30 - 15 Uhr

Preise: 8 Euro (Erw.), 5 Euro (Sen. und Studenten), 3 Euro (Kinder 7-11 Jahre, darunter gratis).

 

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die Stierkampfarena Sevillas - La Maestranza
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Die Manage der Stierkampfarena mit ihrer großen Sandfläche und der Tribüne
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In der Stierkampfarena Sevillas sitzt man auf steinernen Tribünenreihen

So, das war mein kleiner 3-Tagesplan für Sevilla. Es die erste Stadt, die wir in Andalusien besichtigt haben, und sicher nicht die letzte. Die Sevillanos sind mehr als freundlich, niemals gestresst und hilfsbereit. Wir waren ja im Jänner dort, es war angenehm warm, nicht übermäßig heiß, aber auch weit weg von kalt. Mir wurde gesagt, dass es im Sommer manchmal um die 43 Grad bekommen kann und die Stadt dann fast wie ausgestorben ist, weil sich niemand auf die Straße traut vor lauter Hitze. Das kann ich mir gut vorstellen. Ich hoffe, Sevilla bald wieder besuchen zu können und würde mich freuen, wenn ich euch mit diesem Artikel einige Impressionen und Denkanstöße für euren eigenen Trip in die Hauptstadt Andalusiens gegeben habe. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Harald (Donnerstag, 10 August 2017 17:58)

    Fast nicht zu glauben, deine Berichte werden von Mal zu Mal hinreißender, bildhafter, atmosphärischer, und sind immer sehr aufschlussreich, ich kriege gute Lust die Plätze die du beschreibst zu besuchen. Du verstehst es Stimmungen einzufangen und zu beschreiben, so wie du es mit deinen Fotos auch machst. Informativ Genusshappen, aber nicht Zuviel, gerade richtig. Freue mich schon auf den nächsten Bericht.
    Alles Gute, Harald